Zerstörungsfreie Verfahren zur Schadensuntersuchung
Zur Ursachenfeststellung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Sachgerecht angewandt und miteinander kombiniert führen sie zu Ergebnissen mit hoher Aussagekraft – ohne dass Bauteile geöffnet werden müssen. Zu jedem Verfahren finden Sie hier, was es zeigt und wo seine Grenzen liegen.
Baustoffe geben unter ultravioletter oder blauer Anregung Licht ab, das für das Auge unsichtbar bleibt. Mit Filtern und angepasster Aufnahmetechnik wird dieses Fluoreszenzlicht erfasst. Materialien, die im Normallicht gleich aussehen, lassen sich dadurch unterscheiden – einschließlich Veränderungen durch Alterung, zurückliegende Wassereinwirkung, Schimmelbewuchs und Kontamination.
Was sich damit klären lässt
Grenzen: Das Verfahren zeigt Unterschiede im Oberflächenverhalten, nicht die Feuchte im Bauteil. Es ersetzt keine Messung und keine Laboranalytik. Anstriche und Beschichtungen können die Fluoreszenz überdecken. Ich bin geprüfte Fachperson für optische Bau-Forensik; die Zertifizierung ist in der Zertifikatsdatenbank der Reguvis Akademie nachprüfbar. Die Verfahren arbeiten zerstörungsfrei.
Eine gewöhnliche Kameraaufnahme enthält mehr Information, als das Auge daraus entnimmt. Die Optische Differentialanalyse wertet die Farbkanäle gegeneinander aus und stellt kleinste Unterschiede in Farbe und Helligkeit so dar, dass sie erkennbar werden. Die zugrunde liegenden Verfahren der digitalen Bildanalyse sind in anderen Fachgebieten seit langem etabliert; was ich entwickle, ist ihre Übertragung auf bauliche Oberflächen und die Abstimmung der Auswertung auf typische Schadensbilder.
Das Verfahren zeigt, wo eine genauere Untersuchung lohnt – nicht, wie viel Feuchte oder welcher Stoff dort vorliegt. Auffälligkeiten werden anschließend mit den etablierten Verfahren geklärt.
Entwicklungsstand: Das Verfahren wird im Rahmen meiner Forschungstätigkeit entwickelt und erprobt (BSFZ-Bescheinigung 2026). Es dient der Eingrenzung von Untersuchungsbereichen. Befunde, die in ein Gutachten eingehen, werden stets mit anerkannten Verfahren abgesichert.
Die Infrarotthermografie nutzt die von Baustoffen abgegebene Wärmestrahlung zur Darstellung von Temperaturunterschieden am Bauteil. Damit lassen sich Wärmebrücken, Undichtigkeiten in der Gebäudehülle und durchfeuchtete Bereiche lokalisieren.
Neben dieser passiven Nutzung lässt sich mit aktiver Thermografie durch gezieltes Erwärmen die unterschiedliche Wärmekapazität der Baustoffe sichtbar machen – etwa um Ablösungen von Schichten oder Rissverläufe zu untersuchen.
Grenzen: Die Aufnahme zeigt Oberflächentemperaturen, nicht Feuchte. Aussagekräftig ist sie nur bei ausreichendem Temperaturunterschied zwischen innen und außen; Sonneneinstrahlung, Heizkörper und spiegelnde Oberflächen können das Ergebnis verfälschen. Zur Bewertung von Wärmebrücken gehört die Messung von Raumklima und Oberflächentemperatur.
Endoskopische Untersuchungen, teils durch minimalinvasive Öffnungen, führen häufig zur gleichen Erkenntnis wie große Bauteilöffnungen – ohne den Schaden am Bauwerk.
In einem Fall ließ sich durch eine Bohrung von 12 mm zeigen, dass eine Dampfbremse fachgerecht angeschlossen war. Ein zuvor empfohlener kompletter Rückbau des Innenausbaus war damit nicht notwendig.
Grenzen: Die Untersuchung erfasst nur den Bereich um die Öffnung. Lage und Zahl der Bohrungen bestimmen die Aussagekraft; sie werden vorher mit Ihnen abgestimmt. Bei tragenden Bauteilen und Leitungsführungen ist die Zulässigkeit vorab zu prüfen.
Makroaufnahmen zeigen im Detail, was dem Auge verborgen bleibt. Bei Schimmelbefall lässt sich so beurteilen, wie weit das Wachstum fortgeschritten ist und ob bereits Sporen gebildet werden.
In einem anderen Fall ließ sich über den Vergleich der Staubansammlung im Riss zeigen, dass ein als neu beanstandeter Riss bereits vor der Baumaßnahme entstanden war.
Grenzen: Die Aufnahme zeigt die Morphologie, nicht die Art. Eine Gattungs- oder Artbestimmung von Schimmelpilzen erfolgt im Labor; bei gesundheitlichen Fragestellungen ist sie erforderlich.
Schäden an Dächern, Schornsteinen oder Fassaden, die sonst Leiter oder Gerüst erfordern, lassen sich mit einer Drohne schnell in Augenschein nehmen – häufig lässt sich dabei bereits die Ursache eingrenzen.
Grenzen: Es bleibt eine Sichtprüfung aus der Entfernung; Begehbarkeit und Hinterlüftung lassen sich so nicht beurteilen. Zulässigkeit und Abstandsregeln richten sich nach den luftrechtlichen Vorgaben; Nachbargrundstücke und Persönlichkeitsrechte sind zu beachten.
Einzelne Methoden liefern Hinweise. Belastbar wird ein Befund meist erst durch die Kombination: Die Thermografie zeigt, wo es kalt ist, die Feuchtemessung, wo es nass ist, und die Bau-Forensik, wohin das Wasser gelaufen ist. Erst zusammen ergibt sich ein Bild, das eine Ursache trägt.
Welche Verfahren im Einzelfall sinnvoll sind, hängt vom Schadensbild ab – und davon, welche Frage beantwortet werden soll. Wo die zerstörungsfreie Untersuchung an ihre Grenze kommt, schlage ich eine gezielte Öffnung vor, so klein wie möglich und an der Stelle, an der sie die Frage beantwortet.
Melden Sie sich gern – ich sage Ihnen, ob und wie ich helfen kann.