Zerstörungsfreie Verfahren zur Schadensuntersuchung
Zur Ursachenfeststellung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Sachgerecht angewandt und miteinander kombiniert führen sie zu Ergebnissen mit hoher Aussagekraft – ohne dass Bauteile geöffnet werden müssen.
Nicht jeder Schaden zeigt sich dem bloßen Auge. In der optischen Bau-Forensik kommen bildgebende Verfahren der Absorptions- und Fluoreszenzbildanalyse im ultravioletten, visuellen und nahinfraroten Bereich zum Einsatz. Damit lassen sich Spuren sichtbar machen, die sonst verborgen bleiben.
Baustoffe, die mit bloßem Auge nicht unterscheidbar sind, weisen unterschiedliche Fluoreszenzfarben auf und können zerstörungsfrei getrennt werden – einschließlich Veränderungen durch Alterung, zurückliegende Wassereinwirkung, Schimmelbewuchs und Kontamination.
Ich bin zertifizierte Fachperson für optische Bau-Forensik. Die Verfahren arbeiten zerstörungsfrei – es muss nichts geöffnet und nichts entfernt werden.
Die Infrarotthermografie nutzt die von Baustoffen abgegebene Wärmestrahlung zur Darstellung von Temperaturunterschieden am Bauteil. Damit lassen sich Wärmebrücken, Undichtigkeiten in der Gebäudehülle und durchfeuchtete Bereiche lokalisieren.
Neben dieser passiven Nutzung lässt sich mit aktiver Thermografie durch gezieltes Erwärmen die unterschiedliche Wärmekapazität der Baustoffe sichtbar machen – etwa um Ablösungen von Schichten oder Rissverläufe zu untersuchen.
Endoskopische Untersuchungen, teils durch minimalinvasive Öffnungen, führen häufig zur gleichen Erkenntnis wie große Bauteilöffnungen – ohne den Schaden am Bauwerk.
In einem Fall ließ sich durch eine Bohrung von 12 mm zeigen, dass eine Dampfbremse fachgerecht angeschlossen war. Ein zuvor empfohlener kompletter Rückbau des Innenausbaus war damit nicht notwendig.
Makroaufnahmen zeigen im Detail, was dem Auge verborgen bleibt. Bei Schimmelbefall lässt sich so beurteilen, wie weit das Wachstum fortgeschritten ist und ob bereits Sporen gebildet werden.
In einem anderen Fall ließ sich über den Vergleich der Staubansammlung im Riss zeigen, dass ein als neu beanstandeter Riss bereits vor der Baumaßnahme entstanden war.
Schäden an Dächern, Schornsteinen oder Fassaden, die sonst Leiter oder Gerüst erfordern, lassen sich mit einer Drohne schnell in Augenschein nehmen – häufig lässt sich dabei bereits die Ursache eingrenzen.
Einzelne Methoden liefern Hinweise. Belastbar wird ein Befund meist erst durch die Kombination: Die Thermografie zeigt, wo es kalt ist, die Feuchtemessung, wo es nass ist, und die Bau-Forensik, wohin das Wasser gelaufen ist. Erst zusammen ergibt sich ein Bild, das eine Ursache trägt.
Welche Verfahren im Einzelfall sinnvoll sind, hängt vom Schadensbild ab – und davon, welche Frage beantwortet werden soll.
Melden Sie sich gern – ich sage Ihnen, ob und wie ich helfen kann.